Fingerübungen & Aufwärmen
Wie beim Sport gilt: erst aufwärmen. Diese Übungen bringen deine Finger in Bewegung, bauen Kraft auf und trainieren, dass jeder Finger unabhängig arbeitet. Perfekt als Start jeder Übungseinheit.
Übung 1: Die 1-2-3-4 (Chromatik)
Der Klassiker. Du gehst mit allen vier Fingern nacheinander über die Bünde.
e|-------------------------------1-2-3-4-|
H|-----------------------1-2-3-4---------|
G|---------------1-2-3-4-----------------|
D|-------1-2-3-4-------------------------|
A|---1-2-3-4----------- -----------------| ← so weiter über alle Saiten
E|-1-2-3-4-------------------------------|
So geht’s konkret auf der tiefen E-Saite:
- Zeigefinger in den 1. Bund, anschlagen.
- Mittelfinger in den 2. Bund, anschlagen.
- Ringfinger in den 3. Bund, anschlagen.
- Kleiner Finger in den 4. Bund, anschlagen.
- Dann eine Saite tiefer (dünner) und wieder von vorn.
Wichtige Regeln:
- Lass die schon gesetzten Finger liegen, solange du auf derselben Saite bist (also beim 3. Bund liegen Finger 1 und 2 noch).
- Ein Ton pro Metronom-Klick. Start bei 60 BPM.
- Sauberkeit vor Tempo. Erst schneller, wenn es komplett sauber klingt.
Übung 2: Rückwärts (4-3-2-1)
Dieselbe Bewegung zurück: kleiner Finger → Ring → Mittel → Zeige. Das trainiert besonders den oft schwachen kleinen Finger.
Übung 3: Spinne (Finger-Unabhängigkeit)
Kombiniere Saitenwechsel mit den Fingern, z. B.:
E|-1-------3-------|
A|----2-------4----|
Finger 1 (E-Saite, 1. Bund) → Finger 2 (A-Saite, 2. Bund) → Finger 3 (E-Saite, 3. Bund) → Finger 4 (A-Saite, 4. Bund). Klingt vertrackt, macht die Finger aber enorm selbstständig.
Übung 4: Dehnen (kleiner Finger)
Halt Finger 1 im 1. Bund und versuch, mit Finger 4 den 5. Bund derselben Saite zu erreichen. Nur so weit, wie es ohne Schmerz geht – das öffnet mit der Zeit die Spannweite.
Tipps
- Nie in den Schmerz üben. Ziehen/Brennen in den Kuppen ist normal, stechender Schmerz in Gelenken/Sehnen ist ein Stopp-Signal.
- Metronom nutzen: hier öffnen. Erhöhe das Tempo erst, wenn drei Durchgänge fehlerfrei waren.
- Schon 2–3 Minuten täglich reichen als Warm-up und zeigen nach 1–2 Wochen deutlich spürbare Fortschritte.