Strumming-Übungen
Strumming (das „Schrammeln”) ist der Motor der Begleitung. Hier trainierst du die Schlaghand, bis sie wie von selbst im Takt bleibt.
Grundprinzip: das Pendel
Deine Schlaghand bewegt sich gleichmäßig auf und ab – wie ein Metronom-Pendel oder ein Uhrzeiger. Sie hört nie ganz auf sich zu bewegen, auch wenn sie mal keine Saite trifft. Das ist der Trick hinter allen Mustern.
1 + 2 + 3 + 4 +
↓ ↑ ↓ ↑ ↓ ↑ ↓ ↑ ← Hand pendelt durchgehend
Übung 1: Reines Pendel (ohne Greifen)
- Leg die linke Hand locker über die Saiten (dämpfen, nicht greifen).
- Schlag durchgehend ↓↑↓↑ zu einem Metronom bei 70 BPM.
- Achte nur darauf: gleichmäßig, entspannt, aus dem Handgelenk.
Es soll ein rhythmisches „tschak-tschak” ergeben. So trennst du die Rhythmus-Arbeit vom Greifen.
Übung 2: Muster auf einem Akkord
Greif Em (klingt auch bei Fehlern gut) und spiel diese Muster je 2 Minuten:
Allrounder:
1 + 2 + 3 + 4 +
↓ - ↓ ↑ - ↑ ↓ ↑
Balladen-Muster:
1 + 2 + 3 + 4 +
↓ - ↓ ↑ ↓ ↑ - -
Denk dran: Bei - pendelt die Hand weiter, trifft aber die Saiten nicht.
Übung 3: Muster + Akkordwechsel
Jetzt kommt alles zusammen. Nimm zwei Akkorde, die du schon kannst (z. B. Em und C):
| Em . . . | C . . . | Em . . . | C . . . |
↓ ↓ ↓ ↓ ↓ ↓ ↓ ↓
- Erst mit reinen Vierteln (↓ ↓ ↓ ↓) pro Takt.
- Wechsle den Akkord immer genau auf die „1” des nächsten Takts.
- Klappt das, nimm das Allrounder-Muster.
Profi-Tipp: Beginn den Akkordwechsel schon einen Tick vor der 1 – heb die Finger auf dem letzten Upstroke ab. So kommst du rechtzeitig an.
Übung 4: Tempo steigern
Nimm ein Muster, das sitzt, und dreh das Metronom in 5-BPM-Schritten hoch. Sobald es unsauber wird: ein, zwei Stufen zurück. Über Tage arbeitest du dich so nach oben.
Häufige Fehler
- Aus dem ganzen Arm schlagen: Ermüdet und klingt hart. Bewegung kommt v. a. aus dem Handgelenk.
- Zu fest anschlagen: Locker bleiben, das Plektrum nur leicht halten.
- Hand stoppt beim Wechsel: Der häufigste Groove-Killer. Lieber eine Saite verpassen als die Pendelbewegung unterbrechen.